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Migration Blues: Rückblick

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Dieser Bluesabend war besonders. Drei komplett unterschiedliche Bands, drei verschiedene Auffassungen von Blues, drei voneinander abweichende Musiksprachen. Doch das Wichtigste, das war bei allen drei Formationen gleich: die hohe Qualität und der Spaß am Spiel.

Blick Bassy kann Gitarre spielen, klar. Und er kann auch singen, logo. Doch was den Auftritt seines Trios so speziell machte, waren seine kongenialen Mitmusiker. Was Clément Petit mit dem Cello machte, hört man selten: er zupft die Saiten, schlägt mit Trommelstöcken drauf und streichelt es mit den Handflächen. Alles ist erlaubt, nur kein Bogen – einfach klasse. Und Ludovic Palabaud an Posaune und Keyboard hat es ebenfalls drauf. Fast erinnert er an Albert Mangelsdorff, wenn diese spezielle Klangfarben des Okzident nicht dazukämen.

Das zweite Set wurde von Leyla McCalla und ihren beiden Begleiter*innen gespielt. Wieder Cello, wieder eine andere Musiksprache. Die mutete wie ein Dialekt an: erkennbar Blues, intensiv und nahe gehend, doch eine ganz andere melodische Grundtendenz als bei Blick Bassy. Und dass Leyla nicht nur Cello kann, sondern auch Banjo, stellte sie eindrucksvoll unter Beweis. Begleitet von Free Feral an einer Viola und Daniel Tremblay an der Gitarre, am Banjo und Schlagwerk spielten sich die Drei direkt in den Winkel des Herzens, der für Blues schlägt.

Das dritte Set bestritt die Band Delgres. Drei junge Männer, die so richtig gechillt wirkten und nochmals einen anderen "Slang" drauf hatten: Creole-Blues. Er kommt ein bisschen direkter, rauer, kraftvoller rüber, als die gewohnten Klangfarben. Das hatte zum einen mit der Stimme von Pascal Danae zu tun, die sehr präsent ist und voller Emotion. Zum anderen waren es wiederum die beiden Mitmusiker, die sich auf ganz spezielle Weise in den Sound einfügten. So ein Sousaphon ist nicht nur großartig anzusehen, es gibt auch mächtige Töne dazu. Und wenn die Percussion stimmt, dann kann eigentlich nichts schiefgehen. Und so war's ja auch. Dass es im letzten Drittel auch noch etwas rockiger wurde, hat ebenfalls gepasst.

Ohne zu übertreiben lässt sich sagen, dass es ein ganz besonderer, spezieller Hafensommerabend war; so wie ihn das Publikum liebt: mit toller, überraschender Musik. Der Schlussapplaus hat das bestätigt.

      

 

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