Künstler / Programm

Sonntag, 23.07.2017

Vielleicht ist es die beste Funk Unit aller Zeiten, die Nils Landgren seit 2010 dauerhaft um sich schart: Eine Groove-Connection mit kombinationsstarken Teamplayern und beschlagenen Edeltechnikern. James Brown meets Parliament meets Crusaders meets Funk Unit – so könnte man Mr. Redhorns Spielkonzept auf „Teamwork“ umschreiben. „Teamwork“ ist Party-Stimmung pur. Locker-lässig zirkulieren die Töne durch die Reihen, brillante Bläsersätze wechseln ab mit ekstatischen Solos, tanzbare Beats und fulminante Tempoverschärfung, cooler Gesang und starke Melodien; aber auch Zeit für Eleganz und den innigen Klammerblues.
Mit „Teamwork“ erfüllt Nils Landgren abermals seine unaufhörliche Mission, die Herzen und die Beine seiner Zuhörer zu erobern. Eine Expedition, die seinen Platz in der Champions League des internationalen Funks einmal mehr untermauert. Diese Funk Unit begeistert, reist mit und macht eine Menge Spaß. Eine richtige Working Band eben, in die sich jeder einbringen kann. Und das ist gut so.


Montag, 24.07.2017
Foto: Lukas Mäder

MIGHTY OAKS – Atmosphäre und Emotionen

Wenn die Sonne hinter den Weinbergen versinkt, ist es Zeit, sich einen Platz unter den „Mächtigen Eichen“ zu suchen. Mighty Oaks, das sind Ian Hooper, Claudio Donzelli und Craig Saunders. Die drei Jungs stammen aus ganz unterschiedlichen Regionen der Welt. Sie kommen aus den USA, aus England und aus Italien. Sie trafen sich 2010 in Hamburg und landeten dann alle in Berlin. 2014 erschien ihr Debütalbum „Howl“ und sprang gleich auf Anhieb in die Top Ten der Charts. Es sind großartige Indie Folk-Songs, mit denen sie ihr Publikum begeistern.


Mittwoch, 26.07.2017

Ein Konzert mit Gisela João ist wie ein Ausflug in die Welt des Fado. Sie lädt ihr Publikum ein, einen intimen Blick in ihre eigene und in die Gefühlswelt dieses portugiesischen Musikstils zu wagen. Ihre unverwechselbare Stimme ist ohne falsches Pathos: direkt, ungeschliffen, dunkel, herausfordernd und dramatisch. Wie in ihrer Heimat und von Rio bis London, von New York bis Kopenhagen, wird Gisela Joãos unbekümmerte Bühnenshow mit Sicherheit auch das Würzburger Hafensommerpublikum begeistern. Ihr aktuelles Album heißt Nua.


Donnerstag, 27.07.2017
Copyright by the Artist

Max Mutzke – Energie und Emotion

Er hat diesen natürlichen Soul in der Kehle, der kraftvoll klingt und zugleich verletzlich. Doch so viel Energie in Mutzkes Stimme auch liegt – der vermag diese markante Bruststimme mit seiner Kopfstimme virtuos zu verbinden.

Mutzke bewegt sich nahezu traumwandlerisch zwischen Pop, Soul und Funk und baut durchaus auch jazzige Momente in seine Konzerte ein. Seine Musik ist ein gelungener Mix aus emotionalem Sound und spannungsreichen Harmonien, die das Publikum sofort mitreißen. Die deutsch- und englischsprachigen Songs gehen unmittelbar unter die Haut und wirken – das ist vielleicht am Wichtigsten – aufrichtig und glaubwürdig.


Freitag, 28.07.2017

Aus musikalischer Sicht sind wohl die meisten heute populären Stile aus migrantischen Erfahrungen und dem Clash von Kulturen entstanden. Eines der besten Beispiele hierfür ist mit Sicherheit der Blues. Sein Weg führte bekanntlich von Westafrika über die Sklaventransporte in die Karibik und die Südstaaten und von dort bis in die Bars von Chicago oder Harlem der 1930er-Jahre, er fand weltweite Ausstrahlung als Grundlage des Rock‘n‘Roll, des Soul, des Rap und lebt bis heute in unzähligen Interpretationen fort. Dieser ebenso tragischen wie großartigen Geschichte von Entwurzelung und Wanderung, von Hoffnung und der Suche nach Identität versuchen wir in einer langen Blues-Nacht nachzuspüren.


Samstag, 29.07.2017

Bukahara gelten als sensationelles Juwel in der deutschen Poplandschaft. Eine Band, vier Musiker, drei  Kontinente.
Stimmen  und  Songs,  mit  geradezu  magischer  Anziehungskraft. Die vier studierten Musiker erfinden ihren eigenen Sound –ohne Klischees und ohne Konventionen. Ihr Konzept ist das gezielte Durchbrechen musikalischer Grenzen. Die Vier verleihen den unterschiedlichen kulturellen Wurzeln und Identitäten innerhalb ihrer Band einen eigenen unverwechselbaren Ausdruck. Live wirkt der Bukahara-Kosmos wie ein gelungener Spagat zwischen ansteckender Leichtigkeit und enthusiastischer Hingabe. Es entsteht eine weltläufige, entspannte sowie raffiniert gespielte Popmusik, die in Deutschland selten geworden ist.


Donnerstag, 03.08.2017

Lambchop mit ihrem Mastermind Kurt Wagner sind ein Phänomen. Alle ihre Alben, so unterschiedlich sie sein mögen, werden von Musikkritikern und -fans regelmäßig gefeiert. Die Konstante in ihrer Musik ist die ruhige, rauchige und tiefe Stimme von Kurt, die den immer entspannten Sound der Band prägt. Mit ihrem neuen Album „Flotus“ verlassen Lambchop bekannte Pfade und gehen ein neuartiges Wagnis ein: Wagner benutzt seine Stimme als „Hauptinstrument, bastelt daraus Beats, nutzt Prozessoren, Filter und Sequenzer. Und seine Musiker tragen kongenial ihren Anteil bei und sorgen dafür, dass die Musik letztlich doch nach Lambchop klingt. Allein die Songs: Es beginnt mit einem 12-Minüter und endet mit einem 18-Minuten-Werk, so fein, so subtil und so voller generöser Zurückhaltung; es ist umwerfend. Dieser letzte Song namens „The Hustle“, gehört sicherlich zum Schönsten und Besten, das Wagner in den letzten 20 Jahren auf ein Album gepackt hat. Das wird gerade die vielen Fans in Deutschland freuen.


Freitag, 04.08.2017
Foto: Ensen

Zu unserem zweiten thematischen Abend (nach dem Migration Blues im Juli) haben sich zwei echte Legenden angesagt. Beide verbindet ihre Herkunft aus Nordafrika, speziell dem Maghreb – einer Region, die aktuell in Mitteleuropa ganz einseitige, negative Assoziationen auslöst. Doch Nordafrika steht letztlich nicht nur für extrem gastfreundliche Menschen, sondern auch für eine vielfältige Kulturlandschaft, speziell im musikalischen Bereich.