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Vorwort der Künstlerischen Leitung

 

"Ich habe einen ganz einfachen Geschmack, ich bin immer mit dem Besten zufrieden." (Oscar Wilde)

Der Würzburger Hafensommer ist eine weltoffene Veranstaltungsreihe, die dem bunten und vielfältigen kulturellen Leben zugewandt ist und Abenteuer mit Genuss verbindet. Offenheit und Spannung sind Programm, und das in Verbindung mit künstlerischer Identität und Eigenständigkeit und diesem gewissen ‚Etwas‘, das sich vom eingefahrenen Kanon beliebiger Angebote abwendet.  

Unser Programm lässt sich nicht von Kategorien und Konventionen in Gefangenschaft nehmen. Viele der Künstler des diesjährigen Programms pfeifen auf Schubladen und Kategorisierungen, die den Geist Ihrer Kunst, die Freiheit und die Vielfalt beschränken. Beispielgebend hierfür ist sicherlich Manu Katché – nicht nur als Persönlichkeit und Musiker, sondern auch mit der hoch geschätzten Musiksendung „One Shot Not“ beim Fernsehsender arte, die gerade auch diese „Musique sans frontières“ präsentiert und fördert.

Pioniere – in diesem Fall kulturelle bzw. musikalische Pioniere – sind diejenigen, die eine Artenvielfalt aufrechterhalten und Prozesse der kulturellen Wahrnehmung aufbrechen bzw. sprengen. Bei der Wahrnehmung von Musik wird der Durchschnittshörer oft überschwemmt von quotenorientierten formelhaften Ausprägungen eines so genannten Mainstreams. Diese einseitige Überfütterung ist durch Entdeckerlust jedoch leicht hinter sich zu lassen, da nach dem ersten Schritt abseits der ausgetretenen Pfade schnell zu erkennen ist, wie langweilig und gleichförmig allzu Bekanntes und Formatiertes sein kann.

Genau wie es bei der Kunst des Kochens immer wieder zu neuen Geschmacksrichtungen kommen kann und neue Variationen der eingesetzten Bestandteile die Erfahrung des Genusses verändern (siehe auch unsere „Seelenküche“ am 29. Juli), stellt sich in puncto Hörerfahrung das vermeintlich Sperrige dann schnell als lediglich ,ungewohnt‘ heraus und wird oft zu einem besonderen und nachhaltigen Vergnügen. Und gerade eine nachhaltig und inhaltlich wie sinnlich ausgerichtete Programmstruktur kann anders haften bleiben und die Grundbedürfnisse unserer Wahrnehmung auf Dauer prägen und verändern.

Beim vierten Hafensommer ist ein französischer Schwerpunkt des Programms unverkennbar. Mit ONJ und der Hommage an den großartigen Robert Wyatt, Okou und Françoiz Breut, Manu Katché, Vincent Ségal (mit Marianne Faithfull), dem Film „8 Frauen“ von François Ozon und nicht zu vergessen Tony Allen, der seit 20 Jahren in Paris lebt, gibt es insgesamt an sechs Hafensommer-Abenden Leckereien aus der musikalischen Haute Cuisine Frankreichs. Wer diese und all die anderen wundervollen Programmpunkte nicht verpassen will, trifft im Sommer seine Verabredungen am Alten Hafen.

Mein ausdrücklicher Dank geht an alle Partner, ohne die der Hafensommer nicht stattfinden könnte, an alle Künstler, die uns in diesem Sommer verzaubern werden, und an alle Besucher, die die Hafenbühne zum Leben bringen. Wir sehen uns alle im schönsten Freiluftambiente am Main!

 

Jürgen Königer
Künstlerischer Leiter Würzburger Hafensommer