Beginn: 20:00Uhr
Portico Quartet / MANU KATCHÉ
Doppelkonzert
"The Real World of contemporary post-everything"
AK 22,-/erm. 19,- €
Portico Quartet (England)
"Steve Reichs Mathematik, Radioheads Scheu, trockene Grooves afrikanischer Wüsten und ECMs nordische Melancholie"
Diese junge Band aus Süd-London ist eine der angesagtesten neuen Bands im Dunstkreis einer Post-Everything-Szene, die sich von den Begrenzungen der Genres und Kategorien befreit. Wie ihre Fans und Anhänger sind auch sie wie selbstverständlich mit einer globalen Jukebox an Sounds aufgewachsen, die jedem Menschen mit Neugier und einer Internetverbindung zur Verfügung steht. Was sie spielen, kann nicht einfach nur als World, Jazz, Pop, Rock, Roots oder zeitgenössische klassische Musik abgestempelt werden; das Quartett zieht seine Stärke und Inspiration aus den Grundelementen von Rhythmus, Harmonie, Melodie und Timbre. Das Debüt-Album „Knee Deep in the North Sea“ zog die Aufmerksamkeit von DJs, Bloggern und Kritikern aller Couleur auf sich und wurde 2008 für den Mercury Music Prize nominiert (und damit zu den zwölf besten britischen Alben des Jahrgangs 2007/08 gezählt). Und das in derselben Kategorie wie Rachel Unthank, The Last Shadow Puppets, Radiohead und Elbow.
Damit die Schubladen nicht so leicht zugehen, charakterisieren sich die vier Musiker um den Saxophonisten Jack Wylie kurzerhand als Indie-Band, die Post-Jazz spielt. Gut gebrüllt, denn das Portico Quartet ist mit Saxophon, Bass und Schlagzeug eigentlich recht konventionell besetzt, wäre da nicht Nick Mulvey, der das scheinbar archaische, de facto aber sehr junge Schweizer Perkussionsinstrument Hang spielt. Dadurch schleicht sich ein afrikanischer und/oder karibischer Sound ein, denn der Hang-Sound erinnert an die Mbira (Daumenklavier) und die Steel Pan (Steel Drum). Das Hang verfügt über eine überraschende Melodie- und Klangfülle, die auf die Vielfalt möglicher Obertöne zurückzuführen ist. Die Musik des Portico Quartets klingt durch die ungewöhnliche Besetzung leicht, eingängig und durchaus tanzbar – andererseits hoch emotional, sphärisch und energievoll. Die vier Hauptstimmen – Saxophon, Bass, Schlagzeug und Hang – kommunizieren mit der Intensität eines Streichquartetts, der Ungezwungenheit einer Jazzsession und der jugendlichen Lockerheit einer Popgruppe. Das aktuelle Album „Isla“, mit einer klaren und stimmungsvollen Sammlung von neun Stücken, die Produzent John Leckie (Radiohead, Muse, Papa Wemba, XTC) im legendären Studio an der Abbey Road No. 2 aufnahm, weckt bei der dortigen Presse Erinnerungen an Radiohead und verleitete zu Vergleichen mit ECM-Produktionen. In Wirklichkeit aber wurde „Isla“ auf Peter Gabriels Real-World-Label veröffentlicht, und die Musik der Band klingt kaum wie etwas, das man bisher gehört hat …
"Als wenn Acoustic Ladyland in einer Chillout-Zone spielte. (…) atmosphärisch dicht." (Jazzwise)
„Echt innovativ. (…) es gibt keine Band, die im Entferntesten so klingt wie sie.“ (Observer Music Monthly)
„Minimalistische Patterns treffen auf eine Improvisationsintensität, die sich aller stilistischen Einschränkungen entledigt hat.“ (Die Zeit)
„Musik des 21. Jahrhunderts“ - DerWesten.de
„Genau an dem Punkt, an dem man denkt, alles über Musik zu wissen, setzt eine Gruppe wie das Portico Quartet alle bekannten Parameter außer Kraft.“ (Jazzthetik)
„Sind die vier Jungs des Portico Quartett die Beatles eines neues Zeitalters, die die alten Formen ablösen und zu einem neuen Genre verschmelzen?“ (CD-Kritik.de)
„Jan Garbarek auf Speed? Nein, vier Jungs aus London, die (…) ihr eigenes Ding basteln.“ (Kulturnews)
MANU KATCHÉ (Frankreich)
"Der Katché-Groove – universelle Gelassenheit und souveräne Freiheit"
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Der vielfach ausgezeichnete französische Drummer, Komponist, Sänger und Produzent gehört seit gut zwanzig Jahren zu den renommiertesten und erfolgreichsten zeitgenössischen Schlagzeugern. Zudem hat Manu Katché gerade mit der von ihm initiierten Sendung „One Shot Not“ auf ARTE eine bemerkenswerte und erfolgreiche Live-Musik-Show installiert. Der unverwechselbare Katché-Sound ist begehrt bei Musikerkollegen aus den unterschiedlichsten Genres, in den großen Studios und auf internationalen Bühnen. In den Anfängen der internationalen Karriere spielte Peter Gabriel eine entscheidende Rolle (der ihn für sein Album „So“ entdeckt und ihn als regelmäßiges Mitglied in seinen Studio- und Livebands engagiert hat). Zudem kam es zu Kooperationen mit Joni Mitchell, Sting, Pink Floyd, Joan Armatrading, Jan Garbarek, Youssou N’Dour, Simple Minds, Stephan Eicher, Michel Petrucciani u. v. a. Der Katché-Groove und die stupende Technik, die Leichtigkeit trotz komplexer Rhythmen und die geradezu universelle Vielfältigkeit als Drummer sind sein Markenzeichen geworden – wir freuen uns auf einen großartiger Künstler mit kongenialer Band auf der Hafenbühne.
Emmanuel „Manu“ Katché wird 1958 als Sohn von Einwanderern von der Elfenbeinküste in St. Maur des Fossés bei Paris geboren. Vom fünften Lebensjahr an erhält er Klavierunterricht, mit vierzehn Jahren wechselt er zum Schlagzeug. Katché hat danach am „Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris“ eine klassische Perkussionsausbildung genossen. Statt einer Karriere in einem Symphonieorchester wendet sich Katché bald dem Jazz und dann dem Pop und Rock zu. „Wenn ich Jazz spiele, werde ich als ‚Rock-Drummer' bezeichnet. Wenn ich aber bei Rock-Projekten mitmache, nennen mich die Kritiker den ‚Jazz-Schlagzeuger Manu Katché‘ “, sagt der Franzose amüsiert. „Dabei bin ich einfach nur ich selbst und versuche innovativ zu sein – ganz gleich, welche Art von Musik ich mache.“ Manu Katché ist einer der Großen seines Fachs. Dennoch hat er sich lange Zeit als Leader zurückgehalten. Diese Fähigkeiten stellt er in den letzten Jahren nun auch mit eigener Band und Veröffentlichungen beim hoch geschätzten ECM-Label unter Beweis, bei dem kürzlich das neue Album „Third Round“ erschienen ist. Mit den Qualitäten seines Spiels, das sich elegant in die Improvisationen seiner Mitmusiker einzufügen weiß, inspiriert Katché sein Ensemble dazu, die gewohnten Bahnen zu verlassen. Er spielt instinktiv, in liebevollem Dialog mit seiner Umgebung und flirtet dabei mit seiner Snare Drum, mit dem Song und mit den anderen Instrumenten – einfach großartig.
„Es ist verblüffend, wie Manu Katché seine Gelassenheit, die souveräne Freiheit gegenüber dem Schlagzeug wie gegenüber der Komposition unter allen Bedingungen beibehält. (…) scheint ein jeder verantwortlich zu sein für eine Farbe, für eine Perspektive, für ein Moment einer Dramaturgie, in der sich Feinheit und Zurückhaltung mit Souveränität verbindet.“ (Norbert Dömling, Süddeutsche Zeitung)
„And his drumming transforms the simplest melodies with hustling cymbal patterns and sudden galloping tom-tom spurts. Some themes have an In a Silent Way-era Miles feel, while Clubbing has an insistent heartbeat contrasting with a leisurely, almost standard melody.“ (John Fordham, The Guardian)
„Definitely one of the albums of the year.“ (Phil Johnson, Independent on Sunday)
„Katché am Schlagzeug ist der diskrete Magier des raffinierten Aufschäumens der so einfach wirkenden und doch mit raffinierter Akzentverschiebung hintergründig funkigen Grooves.“ (Thomas Fitterling, Rondo)
„Manu Katché beweist durch die Dramaturgie auf Third Round einmal mehr, dass er – wie kaum ein anderer Schlagzeuger – das formale Hirn eines klassisch geschulten Künstlers, das Herz eines Jazzers, das pulsierende Blut eines Popmusikers und die Seele schwarzafrikanischer Klänge in sich vereint und auf unaufdringliche Weise massiv zur Geltung bringt.“ (Franz X.A. Zipperer, Jazzthetik)



