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Datum:  Donnerstag, 05. August 2010
Beginn:  20:30Uhr

L'Orchestre National de Jazz /Around Robert Wyatt

Konzert

Unprätentiös, menschlich und sophisticated – großartige Hommage an eine ehrwürdige Institution der Pop-Geschichte

AK 19,-/erm. 16,- €

 


Präsentiert mit freundlicher Unterstützung von 
kuntz + manz architekten, Würzburg 


L'Orchestre National de Jazz (Around Robert Wyatt)
(Frankreich, England)

Kaum ein anderer Musiker, Sänger und Interpret wird über Jahrzehnte hinweg derart vorbehaltlos von Kollegen und Fans verehrt wie der seit 1973 an den Rollstuhl gefesselte Brite Robert Wyatt. Mitstreiter und Freunde sind (bzw. im Falle Hendrix waren) u. a. David Gilmour, Brian Eno, Jimi Hendrix, Elvis Costello, Phil Manzanera, Fred Frith, Nick Mason, Michael Mantler, Björk, Paul Weller, Hot Chip u. v. a. Er gilt längst als einer der visionärsten und einflussreichsten Musiker Englands, zählt seit Ende der 60er-Jahre zu den Schlüsselfiguren zeitgemäßer britischer Musik und landet bis heute mit seinen Platten regelmäßig auf den ersten Plätzen der Kritiker-Charts. Sein Status über alle Generationen hinweg ist auch daran zu erkennen, dass aktuelle Tonträger sowie Wiederveröffent-lichungen der Solo-Alben beim hippen Label Domino erscheinen, das ansonsten eher Bands wie Arctic Monkeys, Franz Ferdinand u. Ä. unter Vertrag hat. Einst Schlagzeuger bei Soft Machine (zusammen mit Pink Floyd die Band der legendären Psychedelic Scene rund um den UFO-Club im London der Swinging Sixties), veröffentlichte Wyatt unter eigenem Namen eine ganz erstaunliche Folge von Meisterwerken, wie zuletzt „Comicopera“. „Around Robert Wyatt“, das aktuelle Programm der französischen 10-köpfigen Formation ONJ, ist eine kongeniale Hommage, die Wyatts Schaffen als einzigartigen Globetrotter in den Parallel-Welten von Pop, Jazz, Rock, Songwriting gewidmet ist. ONJ setzt die teilweise sehr überraschenden und einfallsreichen Arrangements von Vincent Artaud so subtil und traumhaft in Szene, dass man alle Songs auf Augenhöhe neu entdecken kann.

Daniel Yvinec, künstlerischer Leiter des ONJ, Multiinstrumentalist, Komponist, Produzent (Suzanne Vega, David Sylvian, Hector Zazou, Ryuichi Sakamoto, Donald Fagen, Salif Keita, John Cale, Brisa Roché …) schreibt: „Robert Wyatt nennt man zu Recht einen großen Künstler, unverwechselbar und einzig. Seit im Jahr 1974 sein frühes Meisterwerk „Rock Bottom“ erschienen ist – keine Bestenliste, die es nicht aufführte – erntet Wyatt allseits leidenschaftlichen Respekt. Doch schon vorher, zu seiner Zeit bei Soft Machine, diesen Gründervätern des Crossovers von Jazz und Rock und Wagemut, und später dann bei Matching Mole konnte man Wyatt als den schöpferischsten Schlagzeuger seiner Generation erleben, der sich dann aufmachte, eine Solokarriere zu starten, deren Vielzahl großartiger Alben und Singles eine neuartige, gleichzeitig melancholische wie auch fast unheimliche Popmusik ausdefinierte. Nicht umsonst bezeichnen David Bowie, Elvis Costello oder David Gilmour diesen fesselnden Instinktsänger von faszinierender Zeitlosigkeit als wichtigen Einfluss.“

Alexis Taylor von Hot Chip schreibt auf der Website von Domino: „Robert Wyatt is one of my favourite singers, writers, makers of wonderful music. I first discovered Robert Wyatt's music when borrowing, and then stealing, „Ruth Is Stranger Than Richard“ from a library. Then came a second-hand purchase of the “Shipbuilding“ 7“, which I played repeatedly, not even thinking to flip it over. A few years later, it was my near-20 years late discovery of the mid-'80s compilation and „Old Rottenhat“ that really fixed my glue to Wyatt's music. (…) I've been delving further and repeatedly into his deep well for a few years now, and it is no surprise to even find his songs cropping up in many of my DJ sets, as well as my home listening. With „Dondestan“, „Shleep“, „Cuckooland“ and now „Comicopera“, Wyatt seems to have found his own ,home‘ music – each record intimate and sophisticated, played with (the suggestion of) ease and curiosity. And also fun.“

„(…) die entsprechenden Klangfarben erscheinen hier fein verwebt, klangflächig und nicht als Attacke. Elektronische Klangfarben fungieren als Verlängerung und Verräumlichung instrumentalen Handwerks, absolut glänzend entworfen von Vincent Artaud, dessen Name auf dem Cover zurecht nur wenig kleiner als der des ,artistic director‘ Yvinec gedruckt erscheint. Artaud kennt seinen Philip Glass, aber auch seinen Gil Evans; es ist ein Rätsel, wie er aus zehn Stimmen einen luftigen Apparat schafft, der nach doppelter Stärke klingt.“ (Michael Rüsenberg, WDR)

„(…) along comes something as wonderful as Around Robert Wyatt: (…)These expanded, joyous, limber explorations of the basic bones of Wyatt's work reveal structures that are both rock solid and light as a feather (…) The Orchestre features players of outstanding calibre, especially the guitar and banjo of Pierre Perchaud who swoops, plunks and grinds.“ (BBC Review)

„Das etwas kokette Spiel mit den 'Greatest Hits', die keine geworden sind, mit den 'Greatest Misses' also, den 'wunderbarsten Fehlschlägen', ist nicht neu im allzeit Aufmerksamkeit heischenden Popgeschäft (…) nun macht seine neue Plattenfirma Domino diese bisher nur in Japan erhältliche Compilation als Schlusspunkt ihrer Robert-Wyatt-Werkausgabe auch weltweit zugänglich. (…) es ist alles da, was den großen und von der Öffentlichkeit immer viel zu wenig gewürdigten Mann auszeichnet: der poppige Halb-Hit 'I‘m a Believer', seine kapitalismuskritischen Klagegesänge, seine bis heute nicht übertroffenen Cover-Versionen. Ja, 'His Greatest Misses' taugt als Übersicht, ist vielleicht eine Einstiegshilfe, aber vielleicht sollte auch der Neuling gleich zu einem wirklichen Album greifen: zu 'Rock Bottom' etwa oder zu der Singles-Sammlung 'Nothing Can Stop Us' (alle bei Domino erschienen).“ (SZ, Karl Bruckmaier, Juni 2010)

„Robert Wyatt auf einen Stil festzulegen ist unmöglich. Mal spielt er Pop, mal Jazz, mal Folk, meist alles auf einmal. Auch sein neues Album Comicopera lebt vom Facettenreichtum des Musikers, der seit einem Sturz aus dem dritten Stock im Jahr 1973 an den Rollstuhl gefesselt ist.“ (Intro)

www.onj.org

www.disco-robertwyatt.com