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Slumdog Millionär

2. August – 21:30

 

Kino: „Die flirrende Lebensenergie Indiens als Kulturschock“

 

Slumdog Millionär (Regie: Danny Boyle, Großbritannien 2002, 120 Min., FSK: ab 12)

 

Glauben Sie an das Schicksal? Für Jamal Malik (Dev Patel) ist es der größte Tag seines bisherigen Lebens. Nur noch eine Frage trennt ihn vom 20-Millionen-Rupien-Hauptgewinn in Indiens TV-Show „Wer wird Millionär?“. Doch was in aller Welt hat ein mittelloser Youngster aus den Slums von Mumbai in dieser Sendung verloren? Und wie kommt es, dass er auf alle Fragen eine Antwort weiß? Dabei geht es Jamal nicht um das Geld, sondern einzig und allein um die Liebe. Für ihn ist die Sendung nur ein Mittel zum Zweck, eine letzte Chance, seine verlorene grosse Liebe Latika in der flirrenden Millionenmetropole Mumbai wiederzufinden. SLUMDOG MILLIONÄR erzählt in kraftvollen, atemberaubenden Bildern eine außergewöhnliche, berührende Liebesgeschichte und ein mitreißend-faszinierendes Lebensabenteuer. Danny Boyle kreiert in unnachahmlicher Weise die Elemente des Abenteuer-, Liebes- und Gangsterfilms zu einem berauschenden Mix und verliert dabei niemals den Blick für die humorvollen Seiten, die das Leben zu bieten hat.

 

Der vielfach preisgekrönte Film (alleine 8 Oscars) zeigt Indien, wie man es auf der Leinwand noch nicht gesehen hat, wie ihn nur ein Fremder mit dem Blick für das Besondere inszenieren konnte. Boyle beschönigt nichts, und doch weckt er Begeisterung und Fantasie. Das hat er auch der Arbeit von Anthony Dod Mantle zu verdanken. Der Kameramann ließ das schwere Equipment stehen und mischte sich mit einer kleinen Digitalkamera mitten in die Gassen von Mumbai. In SLUMDOG MILLIONÄR ist die Interaktion zwischen dem ausgewählten Musikmaterial und dem Inhalt des Films komplexer denn je. Boyle zeigt die Herkunft seiner Helden ungeschminkt, verschließt seine Augen auch nicht vor Armut, Elend und Verzweiflung. So wird SLUMDOG MILLIONÄR auch ein Film über die wirtschaftliche Realität eines Landes, in dem die Schere zwischen Armut und Reichtum nicht weiter auseinanderklaffen könnte: Auf den Slums von einst werden buchstäblich die Wolkenkratzer von morgen errichtet. Wo die einen sich bereichern, müssen andere zwangsläufig ärmer werden. Es ist ein Film darüber, wie Reich und Arm voneinander abhängen, über die Politik der Globalisierung, über die Verantwortung, die die Erste Welt für das Schicksal der Dritten Welt trägt. Überdeutlich wird das auch in Boyles Musikauswahl. SLUMDOG MILLIONÄR basiert auf dem ergreifenden Roman „Rupien Rupien!“ (erschienen 2005 bei Kiepenheuer & Witsch; internationaler Titel: „Q & A“) von Vikas Swarup. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Simon Beaufoy, der für das Skript zu „Ganz oder gar nicht“ („The Full Monty“, 1997) für den Oscar nominiert war.

 

,,Ein Underdog-Märchen mit Drive, Witz und Dramatik in Szene gesetzt - so macht es riesigen Spass.“ (Züritipp)

SLUMDOG MILLIONAIRE ist hervorragendes Kino, dass mit einer spannenden Story, überzeugenden Schauspielern, herrlich fotografierten Bildern und einem intensiven Soundtrack zu überzeugen vermag.“ (outnow.ch)

„Wie Boyle aus diesem Stoff ein farbenprächtiges Märchen strickt, ein Kaleidoskop des modernen Indien mit all seinem Glanz und Elend, ist ganz großes Kino.“ (stern.de)

„Die Handlung beruht auf absurden Zufällen, die Figuren sind eindimensionale Karikaturen, das Ende ist süß. All das ließe sich aber auch über Geschichten von Charles Dickens sagen. Und gibt es das überhaupt den korrekten Weg, Armut abzubilden? (…) Die Slums für ein eskapistisches Märchen zu nutzen, das ist durchaus fragwürdig. Doch so ist Danny Boyle: Humanist und Ästhet zugleich. Er macht sich nicht zum Anwalt seiner Slumdogs. Er lässt sie strahlen.“ (Der Tagesspiegel)

„Nur durch Schocks lernt man, das ist die Moral des Films, oder zumindest die Lektion, die Jamal lernen musste. (…) natürlich kommt den angelsächsischen Kritikern da gleich Dickens in Erinnerung, Oliver Twist und die elende Fagin-Bande.“ (Süddeutsche Zeitung)

http://de.wikipedia.org/wiki/Slumdog_Millionär